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Verzweifelter Kampf gegen Fischsterben - Fischereiverein fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen

09.04.2011 | 00:00 Uhr | ID: 1814

Ort: NDS / Meppen / LK Emsland

Verzweifelter Kampf gegen Fischsterben - Fischereiverein fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen

Auch am heutigen Samstag geht der Kampf gegen das sinnlose Fischsterben weiter. Die Feuerwehr Meppen und der THW-Ortsverein Lingen sind im Einsatz, um zwischen den Schleusen Varloh und Teglingen auf einer Strecke von fünf Kilometern den Kanal mit Sauerstoff anzureichern. Die stärkste Pumpe vom THW, die so genannte "Hannibal -Pumpe", wälzt 5.000 Liter Wasser pro Minute um und bringt somit wieder Sauerstoff in den Kanal. Selbst das THW hat noch keinen Katastropheneinsatz von so einem Ausmaß an Gewässern gehabt. Immer wieder bilden sich Schaumberge an den Stellen an denen das Wasser aufgewirbelt wird. Die Mitglieder des Fischereivereins ASV Meppen sammeln unermüdlich tote und sterbende Fische, besonders die sowieso schon die gefährdeten Aale ein. Eimer für Eimer wird von den Anglern eingesammelt und das schlimme dabei ist, keiner weiß wohin mit den vielen toten Fischen. Auf der einen Seite wird gesagt die Fische dürfen nicht in andere Gewässer umgesiedelt werden sondern müssen getötet werden, auf der anderen Seite wird den Anglern von Seiten der Behörden nicht gesagt wo die Fische entsorgt werden sollen. Die Behörden schweigen und sitzen die Katastrophe einfach aus. Die Helfer sind sich selbst überlassen! Sieht so Katastrophen-Schutz in Deutschland aus? Der Dortmund-Ems-Kanal ist für Jahre geschädigt. Gestern haben Messungen stattgefunden in denen festgestellt wurde, dass der Sauerstoffgehalt an der Oberfläche unter 1 und am Grund bei 0 liegt. Es sind ja nicht "nur" Fische die qualvoll sterben müssen, alle Kleinstlebewesen die für einen gesunden Ausgleich in den Gewässern sorgen sterben ab.

Wie wir erfahren haben, soll von Seiten der Raffinerie gesagt worden sein "Es müsse erst einmal geprüft werden ob es einen Zusammenhang mit dem Brand gäbe und die Schuldfrage ist ja auch noch nicht geklärt". Die Angler und die Hilfskräfte verstehen nicht dass die Bürokratie Vorrang hat. Heute und in den nächsten Tagen werden die Angler weiter Fische aus dem Wasser holen und noch lebende Fische töten müssen, die Feuerwehr und das THW werden weiter Sauerstoff in den Kanal bringen. Die Mitglieder des ASV rechnen in den nächsten Tagen damit dass alle toten, bisher auf dem Grund liegenden Fische an die Oberfläche kommen. Auch tote Wasservögel sind schon gefunden worden.