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Wohl dümmster Bankräuber aus dem Emsland zu 7 Jahren Haft verurteilt - Banküberfall scheitert an fehlender Bank - Anklage wegen erpresserischen Menschenraubs und schwerer räuberischer Erpressung

29.11.2011 | 09:00 Uhr | ID: 1993

Ort: NDS / Walchum und Osnabrück

Kaum zu glauben aber wahr

Wohl dümmster Bankräuber aus dem Emsland zu 7 Jahren Haft verurteilt - Banküberfall scheitert an fehlender Bank - Anklage wegen erpresserischen Menschenraubs und schwerer räuberischer Erpressung

Würde man versuchen die Geschichte zu erfinden, liefe man sicher Gefahr nur Kopfschütteln wegen Unglaubwürdigkeit zu ernten. Aber was da im Mai 2011 im Emsland passierte, war bitterer Ernst! Für das, wofür sich heute ein 57-jähriger Mann vor Gericht verantworten muss, wäre für jeden Comedian eine Steilvorlage. Die Pressemitteilung des Landgerichts beschreibt den Tatbestand sicher am Besten, ohne Vorurteile und mit dem nötigen Ernst:

Die 10. große Strafkammer verhandelt am Dienstag, den 29.11.2011, um 09:00 Uhr im Saal 272 in einer Strafsache gegen einen jetzt 57-jährigen Angeklagten aus Geeste wegen des Vorwurf des erpresserischen Menschenraubs und der schweren räuberischen Erpressung. Seit dem 15.06.2011 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft in der JVA Lingen. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte am 11. Mai 2011 vermummt und mit einer Pistolenattrappe bewaffnet ein Gebäude betreten haben, da er in diesem Gebäude aufgrund der außen angebrachten Reklame eine Sparkasse vermutet habe. Er soll eine im Eingangsbereich stehende Passantin ergriffen und diese mit einer Pistolenattrappe aufgefordert haben, die Bank zu betreten, um mindestens 10.000,- € zu erbeuten. Dies scheiterte jedoch daran, dass sich die Sparkasse nicht mehr in den Räumlichkeiten befindet, sondern das Gebäude inzwischen als physiotherapeutische Praxis genutzt wird. Außerdem war zur Tatzeit die Praxis noch nicht geöffnet. Nach dem Erkennen dieser Situation soll der Angeklagte die Passantin aufgefordert haben, Geld vom Geldautomaten abzuheben. Diese soll sodann 400,00 € abgehoben haben. Der Angeklagte soll daraufhin mit einem Pkw geflüchtet sein, den er zuvor in Geeste-Osterbrock entwendet haben soll.

Pressemitteilung des Landgerichts vom 29.11.2011
Urteilsverkündung der 10. großen Strafkammer
Angeklagter wegen versuchten Banküberfall zu sieben Jahren Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt  
Die 10. große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück hat soeben einen jetzt 57-jährigen Angeklagten aus Geeste wegen erpresserischen Menschenraubs in Tateinheit mit schweren Raub sowie tatmehrheitlich begangenen Diebstahl zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat auf eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren plädiert, der Verteidiger auf eine geringere Freiheitsstrafe.
Der Angeklagte betrat am 11. Mai 2011 mit einer Pistolenattrappe bewaffnet ein Gebäude in Walchum (Dörpen), weil er in diesem Gebäude aufgrund der außen angebrachten Reklame eine Sparkasse vermutete. Aufgrund erheblicher finanzieller Probleme ergriff er eine im Eingangsbereich stehende Passantin und forderte diese unter Vorhalt der Pistole auf, die Bank zu betreten. Dies scheiterte jedoch daran, dass sich die Sparkasse seit ca. 10 Jahren nicht mehr in den Räumlichkeiten befindet, sondern das Gebäude inzwischen als physiotherapeutische Praxis genutzt wird. In dem Vorraum befinden sich lediglich noch ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker. Nach dem Erkennen dieser Situation änderte der Angeklagte seinen Plan. Er forderte die Passantin auf, Geld vom Geldautomaten abzuheben. Diese hob dann 400,00 € ab, die der Angeklagte dem EC-Automaten entnahm. Der Angeklagte floh sodann mit einem Pkw, den er zuvor am 05.05.2011 in Geeste-Osterbrock entwendet hatte.
Der Angeklagte hat heute morgen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft vollumfänglich eingeräumt. Die Strafkammer hat zwei Polizeibeamte zum Inhalt der polizeilichen Ermittlungen vernommen. Der Sachverständige Schendel hat die volle Schuldfähigkeit des Angeklagten festgestellt.
Zu Gunsten des Angeklagten hat die Kammer beim Strafmaß das Geständnis des Angeklagten und die geringe Tatbeute von 400,- € berücksichtigt. Zu seinen Lasten waren die 22 Verurteilungen in den letzten 40 Jahren sowie die gesundheitlichen Folgen bei dem Opfer zu würdigen. Insgesamt hielt die Kammer eine Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren für tat- und schuldangemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung haben die Möglichkeit, binnen einer Woche Revision zum Bundesgerichtshof einzulegen.



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