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Happy Birthday „Buschi“! - Malender Orang-Utan feiert seinen 40. Geburtstag

21.12.2011 | 14:00 Uhr | ID: 2065

Ort: NDS / Osnabrück

Zoo Osnabrück

Happy Birthday „Buschi“! - Malender Orang-Utan feiert seinen 40. Geburtstag

Obst, Handtuch und Gummi-Bärchen: Orang-Utan „Buschi“ feierte 40. Geburtstag
Im Zoo Osnabrück wird so manch runder, „tierischer“ Geburtstag groß gefeiert! Heute hieß der Jubilar „Buschi“. Das Orang-Utan Männchen feierte seinen 40. Geburtstag.
Osnabrück, 21.12.2011.
„Buschmann“, auch liebevoll „Buschi“ genannt, und Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg hatten ins Menschenaffenhaus geladen: An eine großen Geburtstagstafel nahmen gestern über 20 Gäste Platz, die „Buschi“ in seinem Leben begleitet haben. Der Orang-Utan war 1971 als erster seiner Art im Zoo Osnabrück geboren worden. Seine Mutter nahm ihn jedoch nicht an, weswegen der Zoo „Buschi“ für fünf Monate in das benachbarte Kinderhospital Osnabrück brachte. Dort versorgten ihn die Kinderkrankenschwestern Edith Manz und Herta Sperling liebevoll. „Er hatte in einem Zimmer seinen Stubenwagen stehen, später bekam er einen Laufstall, wo er auch gerne Klimmzüge machte. Wir fütterten ihn genauso wie einen Säugling. Am Anfang per Fläschchen, später mit dem Löffel. Er war nicht gerne alleine, deswegen kümmerten wir uns viel um ihn,“ erinnert sich Edith Manz. Prof. Dr. Karl-Ernst von Mühlendahl, damals Chefarzt im Kinderhospital, sorgte für sein gesundheitliches Wohl.
Die Wissenschaft interessierte sich schon früh für „Buschi“. Eine Gehirnstrommessung im Krankenhaus ergab, dass „Buschi“ sich zunächst genauso entwickelte wie Säuglinge. Als er wieder im Zoo lebte, untersuchte Doktorand Jürgen Lethmathe 1977, wie „Buschi“ Denkaufgaben mit Werkzeugen löst. Der Orang-Utan beeindruckte: Er ging bereits im Kopf den Lösungsweg durch und setzte diesen dann ohne Fehler in wenigen Sekunden um. „Orang-Utans sind Denker, “ erläutert Tierpfleger Detlef Niebler, der „Buschi“ seit 1974 mit einigen Unterbrechungen betreut. Er badete ihn in einer Wanne, was „Buschi“ sehr genoss, oder spielte mit ihm auf den Zoowiesen. Niebler kennt seinen Waldmenschen ganz genau. „Buschi beobachtet gerne und lernt von uns. So weiß er, wie Schüssel funktionieren, oder wie man Schrauben wieder herausdreht.“ Da trifft es sich gut, dass „Buschi“ gerne tauscht: „Wenn wir etwas von ihm wieder haben wollen, geben wir ihm im Gegenzug eine Weintraube oder eine Nuss. Aber er kann sehr gut einschätzen, welchen Wert der Gegenstand, den wir zurück haben möchten, hat. Manchmal muss es deswegen ein Eis sein,“ lacht Niebler.
Zwar sind Orang-Männchen Einzelgänger, aber ganz allein mag Buschi nicht sein. Deswegen hatte er immer weibliche Gesellschaft, wie Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg erklärt: „Zunächst war da seine Mutter. Als sie starb, kam ‚Suma’ aus Dresden und seit 2006 lebt ‚Astrid’ aus Antwerpen bei ihm“. Hier entwickelte sich eine wahre Freundschaft, denn „Astrid“ hatte vor dem stattlichen Männchen keine Angst und nahm ihm bei seiner ersten Begegnung gleich den Joghurt weg. „Buschi“ war so verdutzt, dass er sich wohl dachte: „Mit der freunde ich mich besser an.“
Trotz der netten Gesellschaft fordert Buschi Beschäftigung ein. Noch immer löst er gerne Geschicklichkeitsspiele oder machte bei Hütchenspielen mit. Eine weitere Lieblingsbeschäftigung von „Buschi“ ist das Malen. Auch wenn er zwischendurch eine Künstlerpause einlegt, so greift er doch regelmäßig zum Pinsel und zaubert damit farbenfrohe Kunstwerke auf die Leinwand. Diese versteigert der Zoo zugunsten von Artenschutzprojekten in der freien Wildbahn. Dort sind Orang-Utans stark bedroht. Der dramatische Rückgang der Art in Sumatra und Borneo wird durch die Zerstörung ihres Lebensraums beschleunigt. Palmöl-Plantagen und Bergbau vernichten den Regenwald, die Erosion besorgt den Rest, und die großen Affen verhungern oder werden abgeschossen. Deshalb steht der charismatische Menschenaffe auch als Botschafter seiner Art im Focus der Artenschutz-Aktivitäten im Zoo Osnabrück.
Der Zoo Osnabrück bemüht sich nun, dem stolzen Männchen im besten Alter noch eine dritte Artgenossin zu besorgen. Wird es da bald Nachwuchs geben? „Leider nicht,“ erklärt Dr. Klomburg. „Denn „Buschi“ ist ein Mischling aus Borneo- und Sumatra-Orang-Utan und Zoos züchten möglichst nur innerhalb einer Tierart.“ Aber trotzdem gibt es bald Grund zur Freude: „Nach dem Umbau unseres Affenfelsens in eine Tempelanlage, folgt zunächst die Tigeranlage und dann das Menschenaffenhaus. Auf Buschi wartet also ein neues Zuhause,“ freut sich Zoopräsident Reinhard Coppenrath für den rothaarigen Waldmenschen. Das wäre doch ein schönes Geburtstagsgeschenk – spätestens zum 45. Geburtstag. Zum 40. gab es übrigens ein neues Tuch zum Zudecken, frisches Obst und natürlich Gummibärchen.
(Quelle: Zoo Osnabrück, 21.12.2011)

 



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