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Bombenräumung: 15.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

20.03.2011 | 00:00 Uhr | ID: 2103

Ort: NDS / Osnabrück

Bombenräumung: 15.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen

Im Stadtteil Wüste wurde heute ein US-amerikanischer Fünf-Zentner-Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Zwei Zünder konnten problemlos kurz nach 13 Uhr entfernt werden. Wegen dieser Maßnahme mussten am Vormittag 15.000 Bürgerinnen und Bürger der Stadtteile Wüste und Weststadt ihre Wohnungen verlassen. Der Evakuierungsradius rund um den Fundort betrug 1000 Meter. Im Evakuierungszentrum, das im Schulzentrum Eversburg eingerichtet wurde, wurden 65 Menschen betreut. Die Feuerwehr transportierte 42 Hilfsbedürftige aus dem geräumten Bereich in das Evakuierungszentrum. Auch das Bischof-Lilje-Altenzentrum und die Heilpädagogische Hilfe an der Ernst-Sievers-Straße mussten geräumt werden. An der Evakuierung waren rund 650 Sicherheits- und Hilfsdienstkräfte (200 Polizei, 204 Technisches Hilfswerk, 12 Stadtverwaltung, 167 Feuerwehr, 12 Stadtwerke, 96 weitere Hilfsorganisationen) beteiligt. Der Blindgänger wurde bei Sondierungen zu Bauarbeiten an der OSC-Sporthalle vermutet. Bereits vor 16 Jahren wurde hier ein amerikanischer Blindgänger gefunden. Seit dem Jahr 2000 wird im Stadtgebiet Osnabrücks gezielt nach Bombenblindgängern gesucht. Seitdem wurde über eintausenddreihundert Mal verdächtigen Objekten nachgegangen, und in 176 Fällen wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst fündig: Zwischen 50 und 500 Kilogramm schwere Sprengbomben unterschiedlichen Kalibers und unterschiedlicher Zündsysteme sowie so genannte Brandbombencluster wurden entschärft beziehungsweise sichergestellt. Fünfzehn Blindgänger mussten gesprengt werden. Osnabrück zählt zu den deutschen Städten, die im Zweiten Weltkrieg besonders stark zerstört wurden. Als Industriestandort und Knotenpunkt der Verkehrswege von Ost nach West und Nord nach Süd war die Stadt für den Luftkrieg der Alliierten von strategischer Bedeutung. 181 Luftminen, fast 25.000 Sprengbomben, über 650.000 Brandbomben und fast 12.000 Flüssig-Brandbomben wurden zwischen 1942 und 1945 über Osnabrück abgeworfen. Dem Bombenkrieg fielen 1314 Menschen - darunter 268 Kriegsgefangene, Häftlinge und Zwangsarbeiter - zum Opfer. Fast 2000 Menschen wurden bei den über 750 Großbränden und den mehr als 3600 mittleren und kleineren Bränden verletzt. Die Altstadt war zu 85 Prozent ein Ruinenfeld. Über 2000 Wohnhäuser mit insgesamt 14.000 Wohnungen wurden zerstört. 87.000 Menschen wurden in Osnabrück obdachlos.

(Quelle: Stadt Osnabrück)



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