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Montag, 23.01.2017

28.01.2012 | 12:00 Uhr | ID: 2321

Ort: NDS / Lingen / LK Emsland

Vergiftet aus Unwissenheit?

"Lisa" musste qualvoll sterben - verschimmeltes Brot vermutlich Auslöser für Kolik - Ponybesitzer: "Kann mich schwer damit abfinden, dass unsere "Lisa" fehlt"

Für die Familie Korte bricht eine kleine heile Welt zusammen. Alle in der Familie sind begeisterte Pferdefreunde und tun alles für ihre Lieblinge. Jeden Tag beschäftigten sie sich mit den 4 Ponys auf der Weide. Hier tollten bis Anfang der Woche noch "Laiga", die 30-jährige Mutterstute mit ihren 3 Sprößlingen ("Lisa" und ihre beiden Geschwister) herum. Die Weiden liegen direkt an einem Weg, wo häufiger Spaziergänger vorbeikommen. Große Schilder machen darauf aufmerksam, dass die Pferde nicht gefüttert werden dürfen. Die Pferde bekommen genügend und ausgewogenes Futter von ihren Besitzer. Leider kümmert das die Leute offensichtlich wenig. Wie uns Herr und Frau Korte bestätigte, zeigten sich die Leute sehr uneinsichtig und verständnislos, wenn sie angesprochen wurden, als man sie wieder mal beim Füttern erwischte. Pferde haben nunmal einen äußerst empfindlichen Magen und falsche Ernährung führt rasch zu ernsten Erkrankungen. Anfang der Woche muss dann der "Lisa" verschimmeltes Brot gegeben haben. Das Tier bekam eine Kolik und musste vom Tierarzt behandelt werden. Leider war alle Hilfe vergebens. "Lisa" starb qualvoll an den Folgen der Vergiftung. Auch wenn keine Obduktion durchgeführt wurde, ist sich der Tierarzt sicher, dass das verschimmelte Brot die Ursache für den Tod ist. Für die Familie eine schreckliche Situation. Sie haben mit Lisa nach 17 Jahren ein Familienmitglied verloren. Die Erfolge, die sie mit den Ponys bei den Turnieren erzielt haben sind bemerkenswert. "Lisa" hat oft den ersten Platz bei solchen Turnieren gemacht. Nun gibt es nur noch Fotos, die an all das erinnern. Und nur, weil die Leute, die trotz aller Warnungen und Bitten es nicht sein lassen können, die Tiere ungebeten zu füttern.

Pressemitteilung der Polizei:
Pferd an verschimmeltem Brot verendet
Ein Pferd, welches auf einer Weide gegenüber dem Sprachheilkindergarten Am Schallenbach stand, ist nach dem Fressen von verschimmeltem Brot am Mittwoch verendet. Nach den bisherigen Feststellungen der Polizei standen auf der Weide mehrere Pferde, die zwischen Freitag letzter Woche und Montag von unbekannten Personen mit verschimmeltem Brot gefüttert wurden. Obwohl am Zaun ein Fütterungsverbotsschild aufgehängt ist, wurden die Tiere gefüttert. Eine Stute, die das Brot gefressen hatte, bekam Koliken und verstarb zwei Tage später. Ein Tierarzt stellte als Todesursache das gefressene verschimmelte Brot fest. Es sind durch die tierärztlichen Behandlungen Kosten in Höhe von etwa 5000 Euro entstanden. Von Zeugen wurde mehrfach an der Weide eine Frau gesehen, die ein rotes Fahrrad mitführte und die Pferde fütterte. Von Seiten des Tierarztes wird darauf hingewiesen, dass insbesondere Pferde, aber auch andere Tiere kein verschimmeltes Brot fressen dürfen, da sie daran versterben können.
Zeugen, die sachdienliche Hinweise auf den Verursacher oder die Frau geben können, werden gebeten sich bei der Polizei in Lingen unter der Telefonnummer (0591) 870 zu melden.



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