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Diskobesucher zeigt Zivilcourage - wird mit Beil übel zusammengeschlagen

23.11.2010 | 00:00 Uhr | ID: 2516

Ort: NDS / Osnabrück

Diskobesucher zeigt Zivilcourage - wird mit Beil übel zusammengeschlagen

Schwerste Gesichtsverletzungen / mehrere Tage Krankenhaus / sogar mit Beil angegriffen / "Ich habe gedacht, die schlachten mich"
An einem Samstagmorgen Ende Oktober ist Jan Laumann einer der letzten Gäste einer Diskothek in Osnabrück. Auf der Toilette sieht er, wie 2 Männer einen anderen Mann schlagen, bis der sich nicht mehr rührt. Jan Laumann greift ohne viel zu überlegen ein und spricht die beiden Schläger an. Sie sollen aufhören und das Opfer in Ruhe lassen. Die Täter lassen von ihrem Opfer ab und verschwinden. Doch als Herr Laumann wenig später die Diskothek verlassen möchte, lauern ihm die 2 jungen Männer am Ausgang auf. Ohne Worte schlagen sie auf ihn ein. "Die haben mich mit einem Boxsack und mit einem Kotelett verwechselt", sagt Laumann im Interview. Dann sieht er einen eisernen Gegenstand fliegen, zuerst gegen die Eingangstür der Disko, dann gegen seinen Kopf. Mit letzter kraft kann er an die Tür der Disko klopfen und wird in letzter Sekunde hereingelassen. Noch heute sind die Einschläge des Beiles in der Tür zu sehen. Rettungswagen und Polizei werden gerufen. Die Polizei nimmt die beiden brutalen Schläger vorläufig fest. Der Mann, dem Laumann noch vor wenigen Augenblicken Kopf und Kragen gerettet hatte, verfolgt das Geschehen, hat aber nicht die Courage sich zu entschuldigen.
Nach mehreren Operationen sind die schweren Gesichtsverletzungen zwar schon gut verheilt, aber Narben werden bleiben. Narben im Gesicht - und sicher auch im Herzen. Ob er nochmal helfen würde? Herr Laumann ist sich nicht sicher. Die Polizei Osnabrück sucht noch nach dem Handbeil das Herrn Laumann so zugerichtet hat. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet und erhebt gegen die 2 Männer Anzeige wegen schwerer Körperverletzung. Sie wurden sogar vor Ort festgenommen aber bereits einen Tag danach wieder laufen gelassen. Herr Laumann lebt seitdem in Angst, vor allen sie könnten sich ihrem Prozess und einer Bestrafung entziehen. Heute arbeitet Jan Laumann wieder. Er fährt mit seinem Lieferwagen in die Städte und hängt Plakate für Großveranstaltungen auf. Aber jeden Tag sieht er sich im Spiegel sein Gesicht an und fragt sich, warum ihm niemand geholfen hat.



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